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Der Amoklauf von Winnenden liegt vielen noch in guter Erinnerung.

Der 17-jährige Tim K. hatte sich eine Waffe seines Vaters genommen und war in die Albertville-Realschule gegangen.

Warum auch nicht. Der Vater besaß ja genug davon. Es sollen 15 Waffen gewesen sein.

Bei diesem Amoklauf wurden mehrere Menschen getötet und einige verletzt.

Ich möchte auch nicht näher darauf eingehen was damals geschah. Ich möchte darauf eingehen was danach geschah.

Natürlich forderte man ein schärferes Waffengesetz. Und es kam ein schärferes Waffengesetz.

Sie müssen nun ganz stark sein wenn ich Ihnen die wesentlichen Punkte des neuen Waffengesetzes aufzeige:

– Es gibt unangemeldete Kontrollen bei Waffenbesitzern!

– Die Altersgrenze für Großkaliber-Pistolen wurde von 14 Jahre auf 18 Jahre erhöht!

– Die 10 bis 12 Millionen legalen Waffen sollen in einem zentralen Register erfasst werden!

Sie haben etwas mehr erwartet?

Was die legalen Waffen angeht hatte ich ehrlich gesagt eher weniger erwartet. Nicht mal beim A-Team gab es so viele Waffen.

Warum es kein generelles Waffenverbot gibt liegt natürlich auf der Hand. Wie viele Mitglieder der Parteien, gerade der Volksparteien wie CDU, CSU und SPD sind Mitglied eines Schützenvereins?

Und natürlich ist niemandem daran gelegen seine zahlenden Mitglieder zu vergraulen.

Naja, immerhin sollte Paintball verboten werden. Das ist doch was. Ok, dass Verbot wurde dann doch zurückgezogen. Man wusste einfach zu wenig über das Spiel.

Also mussten wieder so genannte „Killerspiele“ dran glauben. Anfang Juni fand ein Treffen der Innenminister statt. Die Innenministerkonferenz einigte sich auf ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen.

Was braucht man für einen Amoklauf?

Eine Paintball-Pistole?

Nein.

Einen Computer?

Vielleicht wenn man nicht weiß wohin, dann müsste man aber auch Karten verbieten. Ansonsten:

Nein.

Eine Waffe (Messer, Pistole, Gewehr)?

JA!

Also wenn ich etwas verbieten müsste, um Amokläufe zu verhindern, währen es dann nicht Waffen die ich verbieten müsste???

Gab es schon Amokläufe bevor es Killerspiele gab?

Ja!

4. September 1913, Vaihingen an der Enz, 17 Tote.

18. Mai 1927, Bath, Michigan, 45 Tote.

6. September 1949, Camden, New Jersey, 13 Tote.

11. Juni 1964, Köln, 10 Tote.

1. August 1966, Austin/Texas, 17 Tote.

27. April 1982, Gyeongsangnam-do, 58 Tote.

3. Juni 1983, Eppstein/Hessen, 5 Tote, 14 Verletzte.

13. November 1990, Aramoana/Neuseeland, 14 Tote, 3 Verletzte.

10. März 1995, Urfahr/Österreich, 6 Tote.

13. März 1996, Dunblane/Schottland, 17 Tote.

28. April 1996, Port Arthur/Tasmanien, 35 Tote.

20. November 1997, Mauterndorf/Österreich, 7 Tote.

Hier höre ich auf mit der Liste. Denn 1998 wurde Half-Life veröffentlicht. Dieses könnte man als einen der ersten Ego-Shooter bezeichnen.

Amokläufe gab es also schon früher. Ganz ohne Killerspiele!

Und leider muss ich Ihnen etwas trauriges mitteilen:

Amokläufe wird es auch in der Zukunft geben!!!

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir unsere Söhne, Väter oder Brüder nach Afghanistan schicken um zu sterben. 32 deutsche Soldaten sind seit dem Afghanistan Einsatz der Deutschen gestorben (Stand April 2009).

Doch wenn die Jungs die überlebt haben nach Hause kommen, dann können sie sich nicht mal bei einer Runde Counter-Strike entspannen. Denn das wird ja bald verboten………

Und falls die Spiele nicht verboten werden gibt es ja noch den Internet-Filter. Der soll zwar eigentlich gegen Kinderpornographie eingesetzt werden, aber ein netter CDU-Bundestagsabgeordneter will den Filter auch gegen böse Online-Spiele einsetzen.

Ihr nachdenklicher UntergrundBlogger

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