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Im Juli 2008 kamen die ersten Medienberichte. Die Schaeffler-Gruppe wollte den Autozulieferer und Reifenhersteller Continental übernehmen. Und wenn Continental sich wehren sollte, dann wäre Schaeffler auch zu einer „feindlichen Übernahme“ bereit.

Die Schaeffler-Gruppe, selbst ein Zulieferer der Automobilindustrie, würde mit dem Zukauf von Conti den größten Unternehmenskauf in Europa im Jahre 2008 vollziehen.

Doch dann kam die Wirtschaftskriese.

Das Blatt wendete sich gegen Schaeffler. Es war zu lesen, dass Conti nun Schaeffler übernehmen könne. Oder es war zu lesen das man die Optionen für eine zukünftige Zusammenarbeit beider Unternehmen prüfe.

Schaefflers großes Problem:

Conti hatte sich durch die Übernahme von Siemens VDO übernommen und eine Verschuldung von 11,2 Milliarden Euro angesammelt. Bis März 2008.

Doch die größte Überraschung kam noch. Die Banken hatten sich in den Kreditverträgen ein Sonderkündigungsrecht vorbehalten.

Sollte ein Investor mehr als 50% der Conti-Anteile übernehmen wäre der Kredit vorzeitig fällig!

Die Konditionen müssten neu ausgehandelt werden.

Wie dem auch sei. Zur Zeit braucht Schaeffler viel Geld. Und am liebsten natürlich vom Staat. Aus diesem Grunde wird auch fleißig mit der Rettungsbehörde Soffin verhandelt.

Doch schon im Januar stellte unser aller Finanzminister Peer Steinbrück fest:

Kein Staatsgeld für Conti und Schaeffler“.

Seien wir doch mal ehrlich. Wollen Sie etwa für eine „verfehlte Unternehmenspolitik“ Steuergelder verschwenden? Sicher nicht.

Und obwohl unser Finanzminister auch diesen Eindruck erweckt, macht er es trotzdem.

Unter Führung der Commerzbank wird eine Fusion der beiden Unternehmen Conti und Schaeffler geprüft.

Commerzbank. Fällt Ihnen dazu nicht etwas ein?

Im August 2008 kaufte die Commerzbank die Dresdner Bank.

Für 9,8 Milliarden Euro!

Bei soviel Geld musste natürlich gespart werden. Ca. 9.000 Jobs wurden „eingespart“, schließlich wurde jede dritte der fast 1.900 Zweigstellen geschlossen.

Und dann im November 2008 brauchte die Commerzbank auf einmal Geld.

8,2 Milliarden Euro frisches Kapital und Garantien für 15 Milliarden Euro.

Wir halten fest: Ich kaufe eine Bank für 9,8 Milliarden Euro und muss mir drei Monate später 8,2 Milliarden pumpen.

Nochmal. Die Commerzbank hat eigentlich kein Geld. Kauft aber die Dresdner Bank und leiht sich dann Geld vom Staat.

Wie war das noch mit der „verfehlten Unternehmenspolitik“?

Komischer Weise gilt für Conti/Schaeffler nicht das, was für die Commerzbank/Dresdner Bank galt.

Warum?

Nur weil es eine Bank ist?

Hätte man den Kauf der Dresdner Bank nicht rückgängig machen müssen?

Und auch die nächste private Firma benötigt Geld.

ARCANDOR

ist ein Handels- und Touristikkonzern. ARCANDOR möchte eine 650 Millionen (endlich mal keine Milliarden) schwere Garantie vom Staat.

Doch auch hier möchte der Staat nicht für Unternehmensfehler aufkommen. Zu Schade, dass ARCANDOR keine Bank ist. Zumindest aus Sicht von ARCANDOR.

Aber so etwas ist alles kein Problem mehr, in einer Zeit in der private Banken verstaatlicht werden.

Wer hätte das gedacht.

Ihr UntergrundBlogger

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